Achtung: Bemerkst du Veränderungen bei deiner Menstruation nach einer Corona-Impfung?
2021 erhielt das Nebenwirkungszentrum Lareb plötzlich eine enorme Welle an Meldungen über Menstruationsbeschwerden. Während vor der Impfkampagne im Durchschnitt zwei Meldungen pro Woche eingingen, stieg die Zahl nach dem Start auf etwa 1.600 pro Woche. Insgesamt kletterte die Gesamtzahl auf über 20.000. Frauen berichteten unter anderem, dass ihre Blutungen stärker waren, dass ihre Menstruation ausblieb, dass Krämpfe heftiger wurden oder dass ihr Zyklus gestört war. Der Datenanalyst Wouter Aukema tauchte in die öffentlichen Zahlen ein und zog daraus auffällige Schlussfolgerungen.
Was wissen Forschende bisher?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben an, dass möglicherweise ein Zusammenhang zwischen Corona-Impfstoffen und vorübergehenden Veränderungen der Menstruation besteht. Die genaue Ursache ist noch nicht gefunden. Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine Immunreaktion den Hormonhaushalt oder die Gebärmutterschleimhaut beeinflussen kann, wodurch dein Zyklus anders verlaufen kann. Bei Frauen mit Erkrankungen wie Endometriose scheinen Beschwerden mitunter stärker oder länger anzuhalten. Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen; es läuft weitere Forschung, um besser zu verstehen, was hier genau passiert.

Magdalenas Geschichte
Eine der Frauen, die ihre Erfahrungen teilte, ist Magdalena Dzambo. Sie erhielt ihre erste Impfung im August 2021 und bemerkte kurz darauf, dass ihr Zyklus völlig anders wurde, als sie es gewohnt war. Auf ihrem Blog The Long Shot beschreibt sie, wie ihre einst stabile, vorhersehbare Menstruation sich in eine Phase voller Schmerz und Unsicherheit verwandelte. Sie schreibt, dass ihr Leben seitdem auf den Kopf steht.
Davor hatte sie eine leichte, regelmäßige Menstruation. Ab und zu ein paar Stunden milde Krämpfe oder ein aufgeblähter Bauch, und danach ging es wieder gut. Nach der Impfung ging es bergab: Gleich die darauffolgende Menstruation war viel heftiger als normal. Sie erschrak über die Menge an Blutverlust und dachte noch, es sei vielleicht ein einmaliger Ausreißer. Aber jeden Monat wurde es schlimmer. Tampons hielten nicht mehr, sie wechselte zu dickeren Binden und musste diese immer häufiger austauschen. Es fühlte sich an, als ob ihr Körper plötzlich anderen Regeln folgen würde.
Wenn Schmerz deine Woche beherrscht
Der Schmerz wurde schließlich so intensiv, dass sie eine Woche im Monat kaum noch funktionieren konnte. Fieber, manchmal Erbrechen vor Schmerzen, Schüttelfrost und totale Erschöpfung: Arbeiten war nicht möglich und Bewegung kaum. Jeder Zyklus wurde zu einer Phase des Überlebens.
Krise und eine Diagnose
Anfang 2023 wurde es wirklich schlimm. Die Schmerzen waren so heftig, dass sie die 112 anrief. Im Krankenhaus wurden Zysten an ihren Eierstöcken gefunden, und nach weiteren Untersuchungen erhielt sie die Diagnose Endometriose. Laut Dzambo hatte sie vorher nie so schwere Beschwerden, und sie hat das Gefühl, dass ihre Erkrankung nach der Impfung viel aktiver wurde. Die Diagnose gab dem, was sie fühlte, endlich einen Namen, machte ihre Situation aber nicht weniger schwer.
Neue Krankenhausaufenthalte und wachsende Sorgen
Nicht lange danach folgten erneut Krankenhausbesuche. Sie bekam wieder Fieber, ihre Entzündungswerte waren erhöht und Ärztinnen und Ärzte sahen neue Zysten. Sie beschreibt, wie ihre Energie verschwand und wie sie sich zunehmend wie ein Wrack fühlte. Ihre Tage waren von Schmerz, Unsicherheit und Müdigkeit geprägt, während sie dennoch versucht, mit ihrem Leben weiterzumachen.
Operation in Aussicht
Ärztinnen und Ärzte gaben an, dass eine Operation wahrscheinlich nötig sei. Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, manchmal auf anderen Organen im Bauch, was Entzündungen und Schmerzen anfachen kann. Schätzungen zufolge könnte das Säubern der Bauchhöhle ihre Beschwerden lindern. Dzambo nennt die Operation spannend und beängstigend, hofft aber auf ein wenig Ruhe und Raum in ihrem Leben.
Warum mehr Forschung wichtig ist
Viele Frauen wie Dzambo plädieren für mehr Forschung zum möglichen Zusammenhang zwischen Impfung und Veränderungen der Menstruation. Nicht, weil sie gegen Impfungen sind, sondern weil sie Klarheit darüber wollen, was in ihrem Körper passiert. Sie fühlen sich mitunter nicht ernst genommen, gerade weil Menstruationsbeschwerden oft als „etwas, das eben dazugehört“ abgetan werden.
Forschende betonen, dass Veränderungen meist vorübergehend sind. Gleichzeitig erkennen sie an, dass ein Teil der Frauen lang anhaltende oder heftige Beschwerden erlebt, besonders wenn bereits zugrunde liegende Probleme bestanden. Die Zahl der Meldungen bei Lareb zeigt jedenfalls, dass das Thema Aufmerksamkeit verdient.
Gemeinsam Unterstützung finden
Immer mehr Frauen teilen ihre Erfahrungen online und finden dort Verständnis und Unterstützung. Laut Dzambo hilft diese Verbundenheit durch die schwersten Momente. Geschichten auszutauschen, verschafft Erleichterung, dennoch bleibt der Wunsch, dass Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Beschwerden ernster nehmen. Denn wenn dein Zyklus dein Leben so beeinflusst, möchtest du vor allem gehört werden und klare Antworten bekommen.



