Die schmutzigste Stelle ist nicht die, an die du denkst
Im Laufe deines Lebens stehst du im Schnitt rund 120 Tage unter der Dusche. Klingt, als wärst du dann blitzsauber, oder? Komischerweise gibt es aber ein Körperteil, das wir massenhaft auslassen. Nein, es sind nicht deine Füße, nicht dein Intimbereich und auch nicht die schwierige Stelle hinter deinen Ohren. Es geht um etwas Kleines, das man leicht vergisst: deinen Bauchnabel.
Viele Menschen waschen ihren Bauchnabel kaum oder nur, wenn sie zufällig daran denken. Das wirkt harmlos, doch gerade diese kleine Mulde kann blitzschnell schmutzig werden. Durch Form und Lage ist sie eine der am meisten ignorierten und schmutzigsten Stellen deines Körpers.
Warum gerade der Bauchnabel so ein Magnet für Schmutz ist
Bakterien lieben es warm, dunkel und leicht feucht – genau das bietet der Bauchnabel. In dieser kleinen Mulde bleiben Schweiß, Staub, Fusseln und abgestorbene Hautzellen leicht hängen. Fügt man noch eine Hautcreme oder Seifenreste hinzu, entsteht ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich dort pudelwohl fühlen.
Studien zeigen, dass der Bauchnabel zu den Körperstellen gehört, die unter der Dusche am häufigsten vergessen werden. Je länger du ihn nicht gründlich reinigst, desto mehr sammelt sich an. Das bemerkst du schließlich an einem muffigen Geruch oder einer gereizten Haut.
Was kann passieren, wenn du ihn auslässt?
Anfangs fällt es meist nicht auf, aber mit der Zeit kann ein typischer, hartnäckiger Geruch entstehen, der sich nicht einfach abspülen lässt. Die Haut kann rot werden, jucken oder empfindlich reagieren, wenn du den Bauchnabel berührst. Das kommt durch die Mischung aus Bakterien und Schmutz, die zurückbleibt.
Es kann sich auch etwas bilden, das als Nabelstein bezeichnet wird: ein harter, dunkler Klumpen, der aus verdichteten Hautzellen, Bakterien und Schmutz entsteht. So ein Knötchen kann schwarz oder braun aussehen und sitzt oft fest, sodass es schwierig ist, es selbst zu entfernen, ohne die Haut zu reizen.
Menschen mit einem tieferen Bauchnabel haben ein höheres Risiko für Ablagerungen. Das betrifft zum Beispiel häufiger Menschen mit höherem Körpergewicht oder ältere Personen: Der Nabel ist dann tiefer und fängt leichter Schmutz auf. Für diese Gruppen ist besondere Aufmerksamkeit für diese Stelle daher wirklich wichtig.

So gehst du beim Reinigen richtig vor
Kurz abspülen unter der Dusche scheint vielleicht zu genügen, aber Wasser spült vor allem lose Verschmutzungen weg und lässt den Rest oft zurück. Für einen sauberen Bauchnabel brauchst du eine etwas gründlichere, aber dennoch sanfte Vorgehensweise.
So geht’s: Mach während oder nach einer warmen Dusche ein Wattestäbchen nass, gib ein wenig milde Seife darauf und fahre ganz vorsichtig entlang der Innenseite deines Bauchnabels. Drehe das Stäbchen langsam, damit du auch die Ecken erreichst, aber drücke nicht stark. Wird das Stäbchen schmutzig? Nimm ein neues, sauberes Stäbchen und geh noch einmal darüber.
Wenn du fertig bist, spüle den Nabel gründlich mit Wasser nach, damit keine Seife zurückbleibt. Danach folgt der wichtigste Schritt: das Trocknen. Tupfe den Nabel sorgfältig mit einem sauberen Handtuch trocken oder benutze ein trockenes Wattestäbchen. Lässt du den Nabel feucht, bietest du Bakterien erneut einen idealen Ort zum Wachsen.
Wenn du dir das zur Gewohnheit machst, vermeidest du unangenehme Gerüche, Irritationen und die Bildung von Nabelsteinen. Es kostet dich buchstäblich nur ein paar Sekunden, aber deine Haut wird es dir danken.
Wie oft ist genug?
Viele denken, dass einmal alle paar Monate ausreicht, aber das ist wirklich zu wenig. Eine gute Richtlinie ist, den Bauchnabel mindestens einmal pro Woche gezielt mit etwas Seife und einem Wattestäbchen zu reinigen. Schwitzt du viel, treibst du oft Sport oder ist es heiß? Dann ruhig etwas häufiger.
Wichtig ist vor allem, den Bauchnabel in deiner Routine nicht auszulassen. Wenn du dieser kleinen Stelle regelmäßig Aufmerksamkeit schenkst, riechst du frischer, beugst Irritationen vor und hältst deine Haut gesund. Das nächste Mal, wenn du unter die Dusche gehst, weißt du also genau, worauf du kurz besonders achten solltest.



