Die Aussage von Eva (22) aus Nijmegen führt regelmäßig zu heftigen Diskussionen, vor allem bei Abendessen mit Freunden oder Familie. Laut der Umweltwissenschaftsstudentin ist der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimawandel eindeutig.
“Jeder, der Fleisch isst, trägt zum Klimawandel bei,” sagt sie. “Das bedeutet nicht, dass Menschen schlecht sind, aber wir müssen ehrlich über die Auswirkungen sein.”
Vom Fleischesser zur Veganerin
Bis vor ein paar Jahren aß Eva selbst auch Fleisch. Während ihres Studiums begann sie sich jedoch zunehmend mit den Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion zu beschäftigen.
“Ich las immer häufiger Studien über die Auswirkungen der Viehzucht auf Klima, Entwaldung und Wasserverbrauch. Da dachte ich: Wenn ich das weiß, kann ich nicht so tun, als ob es keine Rolle spielt.”
Seitdem ernährt sie sich vollständig pflanzlich.
“Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen fühlt es sich normal an.”
Auswirkungen der Ernährung auf das Klima
Nach Ansicht von Klimaforschern hat die Lebensmittelproduktion großen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen. Besonders die Produktion von Rindfleisch und anderen tierischen Produkten führt aufgrund von Faktoren wie Methan aus der Viehhaltung, Landnutzung und Futtermittelproduktion zu relativ hohen Emissionen.
Deshalb plädieren viele Klimawissenschaftler und Organisationen für eine Verringerung des Fleischkonsums als Teil der Klimapolitik.
Eva findet, dass dieses Thema noch zu wenig diskutiert wird.
“Es wird viel über Fliegen oder Autos gesprochen, aber auch Ernährung hat enorme Auswirkungen.”
Diskussionen am Tisch
Wenn Eva ihre Meinung äußert, bekommt sie oft unterschiedliche Reaktionen. Manche Menschen sind neugierig, andere fühlen sich angegriffen.
“Menschen denken manchmal, dass ich ihnen sagen will, was sie tun sollen,” sagt sie. “Aber ich versuche vor allem, Bewusstsein zu schaffen.”
Ihrer Meinung nach kann schon eine kleine Veränderung einen Unterschied machen.
“Wenn Menschen zum Beispiel weniger Fleisch essen, kann das schon viel bewirken.”

Kritik am Aktivismus rund um Ernährung
Nicht alle sind mit der Art und Weise einverstanden, wie einige Klimaaktivisten über Ernährung sprechen. Kritiker finden, dass die Debatte manchmal moralisierend wird oder dass der Blick auf Landwirte und Lebensmittelproduktion zu kurz kommt.
Eva versteht, dass das Thema sensibel sein kann.
“Essen ist persönlich und kulturell. Das macht es zu einer schwierigen Diskussion.”
Kleine Schritte
Trotz der Diskussionen bleibt Eva optimistisch.
“Immer mehr Menschen probieren, sich vegetarisch of vegan zu ernähren. Das zeigt, dass Veränderung möglich ist.”
Ihrer Ansicht nach muss niemand sofort alles umkrempeln.
“Am wichtigsten ist, dass Menschen über ihre Entscheidungen nachdenken. Kleine Schritte können zusammen einen großen Unterschied machen.”



