Du gehst bei Action hinein, um eine Flasche Allzweckreiniger zu kaufen, und eine halbe Stunde später stehst du an der Kasse mit Aufbewahrungsboxen, Kerzen, Reinigungstüchern, einer Tüte Süßigkeiten und drei Dingen, von denen du fünf Minuten zuvor nicht einmal wusstest, dass du sie brauchst.
Und dann kommt der auffälligste Teil: die Rechnung hält sich oft noch ziemlich in Grenzen.
Aber wie kann das eigentlich sein? Wie kann ein Geschäft Produkte für ein paar Euro oder manchmal sogar weniger verkaufen, während vergleichbare Artikel anderswo deutlich teurer sind? Hinter diesen niedrigen Preisen steckt eine ziemlich clevere Strategie.
Enorme Mengen einkaufen
Ein wichtiger Bestandteil der Formel ist simpel: in sehr großen Mengen einkaufen.
Eine Handelskette mit sehr vielen Filialen kann riesige Mengen desselben Produkts bestellen. Dadurch ist die Kette gegenüber Lieferanten stärker aufgestellt und die Kosten pro Artikel können niedriger ausfallen.
Auch der Transport kann effizienter organisiert werden, wenn Produkte in großen Mengen befördert werden.
Der Unterschied von ein paar Cent pro Artikel scheint vielleicht wenig, aber wenn man Millionen Artikel verkauft, werden diese paar Cent plötzlich zu enormen Beträgen.

Keine Garantie, dass morgen noch alles da ist
Dafür gibt es eine Kehrseite: Siehst du etwas Schönes im Regal, weißt du nicht immer sicher, ob es nächste Woche noch da ist.
Ein Teil des Sortiments wechselt regelmäßig. Das erzeugt das bekannte Gefühl: wenn ich es jetzt nicht mitnehme, ist es später vielleicht weg.
Und genau das passt perfekt zu dem Laden.
Denn dadurch kommen Kundinnen und Kunden nicht nur für ihre regelmäßigen Einkäufe zurück, sondern auch, um zu schauen, was in dieser Woche wieder in den Regalen liegt.
Du kommst für eine Sache und gehst mit zehn
Darin steckt vielleicht der klügste Teil des ganzen Konzepts.
Du brauchst Zahnpasta und beschließt, mal eben reinzugehen.
Dann siehst du eine hübsche Vase für ein paar Euro. Daneben liegen günstige Küchenaccessoires. Hey, die Reinigungstücher sind auch praktisch. Und für den Betrag kannst du die neue Backform eigentlich auch mal ausprobieren.
Ehe du dich versiehst, ist dein Korb voll.
Die Einzelpreise wirken so niedrig, dass du bei jedem Produkt denkst: ach, für die paar Euro…
Rechnest du alles zusammen, hast du am Ende viel mehr gekauft, als du ursprünglich vorhattest.
Der Überraschungseffekt ist kein Zufall
Das wechselnde Sortiment sorgt außerdem für etwas, das viele traditionelle Geschäfte weniger stark haben: Neugier.
Du weißt nie ganz genau, was dich erwartet.
Dadurch fühlt sich ein Besuch für manche Kundinnen und Kunden fast wie Stöbern an. Vielleicht liegt heute plötzlich eine bekannte Marke zu einem auffallend niedrigen Preis da. Vielleicht steht etwas Praktisches für die Küche da. Oder vielleicht findest du ein Produkt, das du sonst nirgends gesehen hast.
Dieses ‚Schatzsuchen‘ sorgt dafür, dass Menschen regelmäßig zurückkommen.
Auch bekannte Marken tauchen günstig auf
Besonders auffällig sind natürlich die bekannten Marken, die manchmal zu einem niedrigeren Preis im Regal auftauchen.
Das kann zum Beispiel mit temporären Partien, abweichenden Verpackungen, internationalem Einkauf oder anderen Einkaufsmöglichkeiten zu tun haben.
Das bedeutet auch, dass ein bestimmtes Produkt nicht zwingend dauerhaft erhältlich bleibt.
Siehst du etwas, das du gerne benutzt, zu einem auffallend guten Preis? Dann kann es also passieren, dass du ein paar Wochen später vor einem leeren Regal stehst.
Die Läden selbst sind relativ einfach
Schau dir außerdem einmal die Einrichtung genau an.
Kein extrem luxuriöses Ladeninterieur oder komplizierte Produktpräsentationen. Viele Produkte stehen relativ schlicht in Kisten, Boxen oder Regalen.
Das passt zu einer Discount-Formel: halte den Betrieb so effizient wie möglich und vermeide unnötige Kosten.
Ein luxuriöseres Einkaufserlebnis klingt attraktiv, aber letztlich zahlt die Kundschaft indirekt auch für alles mit, was ein Laden ausgibt.
Das eigentliche Geheimnis steckt also nicht in einem einzigen Trick
Es gibt nicht den einen magischen Grund, warum die Preise so niedrig sein können. Gerade die Kombination macht es interessant.
Groß einkaufen, effizient transportieren, ein einfaches Ladenkonzept, ein regelmäßig wechselndes Sortiment und Kundinnen und Kunden dazu verleiten, mehrere günstige Artikel gleichzeitig mitzunehmen.
Und letzteres funktioniert vielleicht sogar am besten.
Denn mal ehrlich: Wie oft bist du bei Action für einen einzigen Artikel hineingegangen und tatsächlich nur mit einem einzigen Artikel wieder herausgekommen?



