Falsche Wolfsspinne taucht in den Niederlanden immer häufiger auf: Das passiert, wenn sie dich beißt

Wer Spinnen lieber nicht im Haus begegnet, hat möglicherweise einen neuen Grund, besonders aufmerksam zu sein. Die Falsche Wolfsspinne wird nämlich in den Niederlanden immer häufiger gesichtet. Im vergangenen Jahr wurden laut Meldungen mehr als 6.000 Beobachtungen registriert. Das ist gut zwanzigmal so viel wie vor etwa fünf Jahren.

Die Spinne wird vor allem in der Mitte, im Osten und im Süden der Niederlande gemeldet. Unter anderem in den Regionen um Utrecht, Arnheim, Nimwegen und Maastricht wurden verhältnismäßig viele Beobachtungen gemacht.

Dass die Spinne gerade in und um Städte immer häufiger gesehen wird, scheint kein Zufall zu sein.

Warum sehen wir die Falsche Wolfsspinne immer öfter?

Die Falsche Wolfsspinne stammt ursprünglich aus wärmeren Teilen Südeuropas. Daher gedeiht sie gut bei höheren Temperaturen.

Städte sind für die Spinne eine attraktive Umgebung, weil es dort oft wärmer ist als im umliegenden ländlichen Raum. Gebäude, Steine und Asphalt speichern Wärme länger, wodurch die Bedingungen günstiger sein können.

Spinnenexperte Jinze Noordijk weist laut Berichten des AD darauf hin, dass dies möglicherweise eine wichtige Erklärung für die hohe Zahl der Meldungen in städtischen Gebieten ist.

Der Vormarsch bedeutet übrigens nicht, dass bald jeder massenhaft Falsche Wolfsspinnen im Haus antreffen wird. Die Wahrscheinlichkeit, einer zu begegnen, nimmt jedoch stetig zu.

Aber ist die Falsche Wolfsspinne gefährlich?

Der Name klingt vielleicht ziemlich furchteinflößend, doch für die meisten Menschen stellt der Biss keine ernsthafte Gefahr dar.

Eine Falsche Wolfsspinne kann zubeißen, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlt. Ein Biss wird häufig als schmerzhaft beschrieben, vergleichbar mit einem Wespenstich.

Das bedeutet vor allem, dass Sie das Tier besser in Ruhe lassen, wenn Sie ihm begegnen.

Die Spinne wird nicht von sich aus nach Menschen suchen, um anzugreifen. Probleme entstehen vor allem, wenn das Tier angefasst wird, eingeklemmt ist oder sich bedroht fühlt.

Was spürt man nach einem Biss?

Ein Biss kann ziemlich unangenehm sein. Der Schmerz kann mit dem eines Wespenstichs vergleichbar sein, und die Stelle kann vorübergehend empfindlich oder gereizt sein.

Für die meisten Menschen bleibt es dabei.

Wie bei jedem Biss oder Stich kann jedoch jede Person anders reagieren. Daher sollte man darauf achten, wie sich die Beschwerden entwickeln. Bei starken oder rasch zunehmenden Beschwerden ist es ratsam, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Versuchen Sie auch nicht, eine Spinne mit bloßen Händen wegzunehmen, wenn Sie vermuten, dass es sich um eine Falsche Wolfsspinne handelt.

Was tun, wenn Sie eine im Haus sehen?

Die einfachste Lösung ist meist, die Spinne in Ruhe zu lassen oder sie vorsichtig nach draußen zu bringen.

Dafür können Sie ein Glas oder ein anderes Gefäß über die Spinne stülpen. Schieben Sie anschließend vorsichtig ein stabiles Blatt Papier oder Karton unter das Glas. Danach können Sie die Spinne nach draußen bringen und an einem geeigneten Ort freilassen.

Wenn es Ihnen unangenehm ist, der Spinne nahe zu kommen, verwenden Sie Handschuhe oder lassen Sie sich von jemand anderem helfen.

Wichtig ist vor allem, dass Sie die Spinne nicht mit bloßen Händen zu fassen versuchen.

Warum gerade jetzt mehr Spinnen?

Dass in der kommenden Zeit mehr Spinnen gesehen werden, hängt nicht nur mit dem Vormarsch der Falschen Wolfsspinne zusammen.

Der September ist traditionell eine Zeit, in der vielen Menschen besonders viele Spinnen auffallen.

Das liegt daran, dass viele Spinnen bis dahin erwachsen sind. Dadurch sind sie größer und fallen viel eher auf. Außerdem machen sich die Männchen in dieser Zeit aktiv auf die Suche nach Weibchen.

Dadurch kann es manchmal so wirken, als gäbe es plötzlich viel mehr Spinnen als früher im Jahr.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Spinne im Haus zu sehen, nimmt zu

Wenn es draußen langsam vom Sommer in den Herbst übergeht, werden Spinnen zudem häufiger in Innenräumen bemerkt.

Das bedeutet nicht, dass sie alle gezielt ins Haus kommen, um Menschen zu belästigen. Manche Exemplare sitzen schlicht an Stellen, an denen sie zuvor weniger gut sichtbar waren.

Eine Spinne, die abends über die Wand läuft, fällt natürlich viel schneller auf als ein Exemplar, das tagsüber irgendwo still zwischen Pflanzen oder Blättern sitzt.

Nicht gleich in Panik geraten

Obwohl die Falsche Wolfsspinne durch ihren Namen und ihr Aussehen ziemlich beeindruckend wirken kann, gibt es für die meisten Menschen keinen Grund zur Panik.

Ein Exemplar im Haus bedeutet nicht automatisch, dass Sie in Gefahr sind. Lassen Sie das Tier vor allem in Ruhe und versuchen Sie gegebenenfalls, es vorsichtig nach draußen zu bringen.

Wer Angst vor einem Biss hat, kann dabei Handschuhe benutzen.

Und vielleicht ist es gut, sich zu merken: Die meisten Spinnen interessieren sich überhaupt nicht für Menschen. Sie sind vor allem mit Nahrung, Fortpflanzung und der Suche nach einem geeigneten Unterschlupf beschäftigt.

Trotzdem aufmerksam bleiben

Die Falsche Wolfsspinne ist also in den Niederlanden eindeutig auf dem Vormarsch. Bei tausenden Meldungen in einem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, ihr irgendwann zu begegnen.

Ein Biss kann schmerzhaft sein und sich wie ein Wespenstich anfühlen, ist für die meisten Menschen jedoch nicht gefährlich.

Sehen Sie in den kommenden Wochen eine auffallend große Spinne in oder um Ihre Wohnung, gilt vor allem: ruhig bleiben, das Tier nicht mit bloßen Händen berühren und es bei Bedarf vorsichtig nach draußen bringen.

Denn eines scheint gewiss: da der September bevorsteht, werden wir in der kommenden Zeit ohnehin wieder deutlich mehr Spinnen sehen.