Manche Haushaltstricks sind so simpel, dass man sich fragt, warum sie kaum noch jemand nutzt. Das hier ist so einer. Du brauchst dafür kein teures Spezialwaschmittel, und wahrscheinlich steht das Wundermittel schon in deinem Küchenschrank.
Wir sprechen von weißem Naturessig.
Ein einfacher Schuss Essig kann beim Waschen auf verschiedene Arten eingesetzt werden. Er kann gegen Gerüche, Seifenrückstände und zum Weichmachen von Wäsche helfen. Und das Schöne: Eine Flasche kostet oft nur ein paar Euro.
Warum Essig bei der Wäsche?
Beim Waschen können Rückstände von Waschmittel und Mineralien aus dem Wasser in der Kleidung zurückbleiben. Mit der Zeit kann sich die Wäsche dadurch weniger frisch oder etwas steif anfühlen.
Essig kann helfen, bestimmte Rückstände zu lösen. Außerdem ist er ein bekannter Großmuttertrick gegen unangenehme Gerüche.
Und nein: Deine Kleidung muss danach wirklich nicht nach einem Glas Gewürzgurken riechen. Der typische Essiggeruch verfliegt in der Regel während des Waschens und Trocknens.
Aber wofür kannst du ihn genau verwenden?
1. Schweiß- und Deoflecken angehen
Das Problem kennt jeder: ein schönes Shirt, das noch gut aussieht – außer unter den Achseln.
Schweiß, Deodorant und Waschmittel können dort mit der Zeit hartnäckige Flecken hinterlassen.
Du kannst das Kleidungsstück vor dem Waschen in Wasser einweichen, dem du einen Schuss weißen Naturessig hinzugefügt hast. Wasche es anschließend wie gewohnt.
Bei empfindlichen Stoffen solltest du jedoch immer zuerst das Pflegeetikett prüfen.
2. Als Ersatz für Weichspüler verwenden
Das ist vielleicht die bekannteste Anwendung.
Gib eine kleine Menge weißen Naturessig in das Weichspülerfach deiner Waschmaschine.
Das kann helfen, verbliebene Waschmittelreste aus den Fasern zu entfernen, sodass sich etwa Handtücher weniger steif anfühlen.
Und sobald die Wäsche trocken ist, ist der scharfe Essiggeruch normalerweise verflogen.
3. Weniger Seifenrückstände in deiner Kleidung
Verwendest du regelmäßig Waschpulver? Dann kannst du manchmal weiße Rückstände auf dunkler Kleidung feststellen.
Auch wenn du einfach zu viel Waschmittel verwendest, können Rückstände im Gewebe zurückbleiben.
Ein wenig Essig während des Spülgangs kann helfen, solche Rückstände zu lösen.
Zusätzliches Waschmittel ist also längst nicht immer die Lösung. Manchmal ist es klüger, gerade weniger Waschmittel zu verwenden.
4. Hartnäckige Gerüche bekämpfen
Sportkleidung, Handtücher und stark durchgeschwitzte Kleidung können nach dem Waschen mitunter immer noch unangenehm riechen.
Lass die Wäsche dann vor dem Waschgang eine Weile in einem Eimer Wasser mit einem Schuss Naturessig einweichen.
Danach kann sie ganz normal in die Waschmaschine.
Vor allem bei Kleidung, die lange im Wäschekorb gelegen hat, kann das ein hilfreicher zusätzlicher Schritt sein.
5. Statisch aufgeladene Kleidung
Fleece, synthetische Kleidung und bestimmte Pullover können ziemlich statisch aus der Wäsche kommen.
Auch dabei wird weißer Naturessig traditionell als Alternative zu Weichspüler verwendet.
Gib eine kleine Menge in das Weichspülerfach und starte anschließend dein normales Programm.

6. Handtücher wieder frischer anfühlen lassen
Handtücher können mit der Zeit ein etwas schmieriges oder steifes Gefühl bekommen. Das liegt unter anderem daran, dass sich Waschmittel und Weichspüler in den Fasern anlagern können.
Und gerade bei Handtüchern möchtest du das lieber nicht.
Lass sie gegebenenfalls vorher in Wasser mit etwas Naturessig einweichen und wasche sie danach gemäß den Pflegehinweisen.
Verwende außerdem nicht zu viel Waschmittel. Mehr Waschmittel bedeutet nämlich nicht automatisch sauberere Wäsche.
7. Unangenehmen Rauchgeruch aus Kleidung entfernen
Einen Abend an einem Ort verbracht, an dem geraucht wurde? Dann weißt du, wie hartnäckig dieser Geruch in Kleidung hängen bleiben kann.
Weißer Naturessig wird seit Jahren eingesetzt, um starke Gerüche in Wäsche zu bekämpfen.
Wasche das Kleidungsstück im normalen Programm und gib etwas Naturessig über das Weichspülerfach dazu.
Diese Methode kann auch für andere waschbare Textilien interessant sein, in denen Gerüche haften bleiben.
8. Tierhaare leichter entfernen
Wer einen Hund oder eine Katze hat, kennt das Problem nur zu gut.
Du nimmst deine Kleidung aus der Waschmaschine – und es sind immer noch Haare darauf.
Ein Schuss Naturessig beim Waschen kann helfen, zu verhindern, dass sich die Fasern so steif anfühlen. Lose Haare lassen sich dadurch nach dem Trocknen mitunter leichter vom Textil entfernen.
Ein gutes Ausschütteln, bevor du die Kleidung zusammenlegst, kann anschließend schon einen großen Unterschied machen.
9. Auch deine Waschmaschine verdient Aufmerksamkeit
Praktisch ist, dass Essig nicht nur für die Wäsche verwendet wird. Viele nutzen ihn auch zur Reinigung von Teilen wie der Waschmittelschublade.
Dort können nämlich Rückstände von Waschmittel und Weichspüler zurückbleiben.
Nimm die Schublade regelmäßig aus der Maschine und reinige sie gründlich. Vergiss auch die Türdichtung (Gummi) nicht, denn dort sammeln sich leicht Schmutz und Feuchtigkeit.
Achtung: Verwende Essig nicht einfach in großen Mengen oder bei jeder Reinigung der Maschine. Lies dazu die Bedienungsanleitung deiner Waschmaschine, da Hersteller unterschiedliche Wartungsempfehlungen geben.
Ein günstiger Großmuttertrick
Das Lustige ist, dass dieser Tipp alles andere als neu ist. Essig wird seit Generationen für die verschiedensten Haushaltsaufgaben verwendet.
Und eine Flasche weißer Naturessig kostet oft deutlich weniger als allerlei spezielle Waschprodukte.
Außerdem brauchst du davon keine großen Mengen. Ein kleiner Schuss reicht für Anwendungen beim Waschen meist schon aus.
Darauf solltest du achten
Essig ist nicht für jedes Material geeignet. Prüfe daher bei empfindlicher Kleidung immer das Pflegeetikett und teste ihn im Zweifel zunächst an einer unauffälligen Stelle.
Und sehr wichtig: Mische Essig niemals mit Chlorbleiche. Dabei können gefährliche Dämpfe entstehen.
Verwende Naturessig also einfach als separates Hilfsmittel bei einem normalen Waschgang und halte dich an die Anweisungen deiner Waschmaschine.
Vielleicht steht das Wundermittel schon in deinem Schrank
Weiche Handtücher, weniger Seifenrückstände und das Bekämpfen unangenehmer Gerüche: Dafür brauchst du nicht unbedingt einen Schrank voller teurer Waschprodukte.
Eine einfache Flasche weißer Naturessig kann überraschend vielseitig sein.
Schau also das nächste Mal, wenn du vor der Waschmaschine stehst, zuerst in deinen Küchenschrank.
Vielleicht steht dein günstiger Waschhelfer dort schon die ganze Zeit.



