Unterschiede machen das Leben bunt
Egal, wie du auf die Welt blickst, eines steht fest: Wir werden nur reicher, wenn wir unsere Unterschiede umarmen. Stell dir vor, alle sähen gleich aus und täten dasselbe – langweilig, oder? Zum Glück wächst das Bewusstsein, dass Anderssein nicht weniger bedeutet. In immer mehr Bereichen der Gesellschaft sieht man Bemühungen, echte Inklusion zu erreichen. Nicht überall geht das gleich schnell, aber die Richtung ist klar: Talent und Wert lassen sich nicht in ein Etikett zwängen.
Ein harter Start: der Rat, sie wegzugeben
Zum Beispiel Kennedy Garcia aus Colorado Springs, Colorado. Sie wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Laut Metro sagten Ärzte kurz nach ihrer Geburt eine düstere Zukunft voraus. Sie sagten ihrer Mutter Renee, Kennedy werde wahrscheinlich eine geringe Lebensqualität haben, vielleicht sogar im Erwachsenenalter noch Windeln tragen. Das „Freundlichste“, was ihnen einfiel? Sie in einer speziellen Einrichtung unterzubringen.

Eine Mutter, die nicht weicht
Renee lehnte diesen Rat ab. Sie wies die Ärzte sinnbildlich aus dem Zimmer und entschied sich ohne Zögern für ihre Tochter. Aufgeben stand schlicht nicht zur Debatte. Jahre später zeigt sich, wie richtig das war: Kennedy hat die Erwartungen nicht nur durchbrochen, sie hat sie in tausend Stücke geschlagen.
Vom Tanzsaal bis zum Laufsteg
Mittlerweile hat Kennedy an Tanzwettbewerben im ganzen Bundesstaat teilgenommen. Als ob das noch nicht genug wäre, arbeitet sie als Model für bekannte Marken in den USA. So stand sie bereits für American Girl und Justice Clothing vor der Kamera, und sie ist bei KMR Diversity und Dream Talent Management unter Vertrag. Regelmäßig steigt sie ins Flugzeug nach Hollywood und New York für Castings und Aufträge. Und neben all der Arbeit genießt sie die Zeit mit ihrem Freund Matthew, der – wie sie – das Down-Syndrom hat.
Ein Kampf, den sie ebenfalls gewann
Als ob ihre Geschichte nicht schon beeindruckend genug wäre, bekam es Kennedy auch mit Leukämie zu tun. Mit einer enormen Portion Willenskraft und Mut kämpfte sie sich durch diese Zeit. Heute darf sie sich Überlebende nennen.
Ein Funken Hoffnung zum richtigen Zeitpunkt
Renee erzählte Metro, wie schwer sich die erste Nacht nach der Geburt anfühlte. Sie hörte nur Schreckensszenarien von Ärzten und Pflegekräften und konnte sich für ihr Kind nichts Schönes vorstellen. Die Wende kam am folgenden Abend, als eine warmherzige, offene Krankenschwester sagte, dass Kennedy wunderschön sei – und dass ihre eigene Tochter ebenfalls das Down-Syndrom habe. „Kann sie laufen?“ war Renees erste, verzweifelte Frage. Die Krankenschwester lächelte: Ihre Tochter war sechzehn und ging natürlich ganz normal umher. Dieser kleine Moment pflanzte einen Samen der Hoffnung.
Vorurteile entlarvt
Im Rückblick erstaunt es Renee immer noch, wie wenig die beteiligten Fachleute wussten – und das erst vor fünfzehn Jahren. Sie empfindet Traurigkeit, wenn sie an die Zeit denkt, die sie damit verschwendete, um vermeintlichen „Meilensteinen“ nachzutrauern, die Kennedy nie erreichen würde, etwa dem Anprobieren eines Schulballkleids. Inzwischen weiß sie es besser: Ihre Tochter hakt diese Meilensteine einen nach dem anderen ab – auf ihre ganz eigene, kraftvolle Art.
Inspirieren im Klassenzimmer und online
Renee und Kennedy bündeln nun ihre Kräfte, um Kinder und Jugendliche zu informieren. Sie reisen durch Schulen, um zu erklären, was das Down-Syndrom ist und wie man jemanden mit dieser Erkrankung unterstützen kann. Kennedy baut derweil eine wachsende Community in den sozialen Medien auf; auf Instagram folgen fast 70.000 Menschen ihren Abenteuern und Erfolgen. Dort teilt sie nicht nur Modeljobs und Tanz, sondern auch offene Momente, die zeigen, wie ein ganz normales Leben mit einem Extra an Glanz aussehen kann.
Stolz, Liebe und der Blick nach vorn
„Wir sind unglaublich stolz auf sie“, sagt Renee. „Kennedy ist ein großartiges Mädchen und wir fühlen uns gesegnet, sie in unserem Leben zu haben.“ Ihre Geschichte handelt nicht von Grenzen, die man hinnehmen muss, sondern von Grenzen, die man verschieben darf. Was mit dem Rat begann, sie wegzugeben, wurde zu einem Leben voller Tanz, Mode, Freundschaft und Resilienz. Und vor allem: zu einem Mädchen, das sich weigerte, sich von den Erwartungen anderer definieren zu lassen.



