Alltagsikonen aus der DDR
Ob Plattenbau oder Eigenheim – in DDR-Wohnungen herrschte ein Stil, der von Praktikabilität, Langlebigkeit und oft auch Einfallsreichtum geprägt war. Viele Dinge waren einfach überall zu finden und wurden so zu echten Klassikern des Ost-Alltags. Je länger man sich daran erinnert, desto deutlicher spürt man: Diese Gegenstände standen nicht nur herum, sie erzählten Geschichten. In einem Streifzug durch die Zeit zeigen wir 20 typische Dinge, die fast jeder kannte – ein Mix aus Gebrauchswert, Design und Nostalgie.
Technik, die mit anpackte
Der Star der Waschküche war die WM66. Diese Waschmaschine lief, und lief, und lief – robust gebaut und erstaunlich ausdauernd. Daneben fand sich oft ein Handrührgerät, das Kuchenteig, Sahne und Eischnee zuverlässig in Form brachte. Wer gleich mehrere Hausarbeiten in den Griff bekommen wollte, schwor auf den Multiboy – ein praktisches Multitalent für Haushalt und Reinigung. Und damit alles sauber duftete, griff man gern zu Spee-Waschmittel, das in vielen Familien zum festen Standard gehörte.

Küche: praktisch, schlicht, unverwüstlich
In den Küchen standen Dinge, die ihren Job taten – ohne viel Schnickschnack. Der Alu-Milchtopf war ein Dauerbrenner: leicht, robust und vielseitig. Auf dem Tisch lag oft eine Vinyltischdecke, pflegeleicht und in Mustern, die man heute als charmant retro bezeichnen würde. Salz kam aus dem typischen DDR-Salzstreuer, funktional und unverkennbar im Design. Und wenn es an den Feierabend ging, machte der Record Flaschenöffner blitzschnell jede Limo- oder Bierflasche auf – ein kleines Werkzeug mit Kultfaktor.
Musik, Süßes und der kleine Genuss
Für den Soundtrack des Alltags sorgte der Stern Kassettenrekorder. Mixtapes aufnehmen, Radio mitschneiden, Lieblingslieder abspielen – je mehr man damit hantierte, desto mehr gehörte er zur Familie. Für den süßen Moment zwischendurch standen Hallorenkugeln bereit, eine Traditionspraline, die fest ins Genussgedächtnis gehört. Und ja, Karo Zigaretten waren allgegenwärtig – markant im Geschmack und ebenso in der Erinnerung an Kneipen, Küchenfenster und Pausen auf dem Balkon.
Unterwegs und auf Achse
Wer draußen durstig wurde, hatte oft eine Trinkflasche aus Alu dabei – leicht, nahezu unkaputtbar und ideal für Schule, Betriebsausflug oder Wochenendtour. Für Kinder war der Holzroller ein kleines Abenteuer auf Rädern: simpel konstruiert, wendig und perfekt für Runden im Hof. Solche Dinge waren Teil eines Lebensstils, in dem Pragmatismus und Freude am Gebrauch Hand in Hand gingen.
Pflege, Bad und persönliche Routine
Im Badezimmer traf man auf Putzi Zahnpasta – viele verbinden damit Kindheit, lustige Motive und den typischen Geschmack. Ein elektrisches Fußpflegeset sorgte für weiche Sohlen, wenn man sich etwas Gutes tun wollte. Für die tägliche Rasur setzte man gern auf Bebo Sher, ein zuverlässiges Gerät für glatte Ergebnisse. Ergänzt wurde das Ganze durch Badezimmeraccessoires in klaren Formen und praktischen Halterungen – Seifenschalen, Becher, Haken –, die Ordnung brachten, ohne viel Raum einzunehmen.
Garten, Balkon und Hof
Draußen war das Reich der Gartengeräte: Spaten, Harke, Schere – solide Werkzeuge, die Sommer für Sommer ihren Dienst taten. Auf dem Rasen oder der Terrasse standen oft eiförmige Gartenstühle, deren Form sofort ins Auge fiel. Je länger man drauf saß, desto eher merkte man: erstaunlich bequem, erfreulich leicht, ideal für Nachmittage mit Limo und Zeitung. So wurde der Außenbereich zum erweiterten Wohnzimmer.
Ordnung, Wäsche und das kleine Glück
Der orangefarbene Wäschekorb war fast so etwas wie ein Maskottchen der Waschtage – knallig, stapelbar, immer einsatzbereit. Er passte genau zur Haltung, die viele Dinge prägte: Funktion vor Schnickschnack, aber bitte mit Wiedererkennungswert. Zusammen mit robusten Textilien und durchdachten Aufbewahrungslösungen entstand ein Haushalt, der lief – Tag für Tag.
Ein Blick zurück – und nach vorn
Diese 20 Dinge stehen stellvertretend für eine Zeit, in der Alltagsgegenstände verlässlich, reparierbar und oft erstaunlich langlebig waren. Vieles wurde geteilt, weitergegeben, umfunktioniert – je knapper die Ressourcen, desto kreativer die Lösungen. Heute gelten viele dieser Sachen als Kultobjekte, nicht nur wegen ihres Designs, sondern weil sie Erinnerungen tragen: an Familienrituale, an Nachmittage mit Musik, an Kuchen aus dem Handrührgerät und an Gärten voller Leben. Eine kleine Zeitreise, die zeigt, wie sehr Dinge den Alltag prägen – damals wie heute.



