Sanne, 29 Jahre alt und Mutter, trägt ein schweres Geheimnis mit sich. Während sie ihr neugeborenes drittes Kind in den Armen wiegt, ist da ein nagendes Schuldgefühl, das sie nur schwer ausdrücken kann. „Ich wollte mein drittes Kind überhaupt nicht“, flüstert sie mit Trauer in den Augen.
Harte Worte, doch dies ist die Realität, mit der Sanne täglich konfrontiert ist. Sie liebt ihr Baby ohne Zweifel, aber die ungeplante Schwangerschaft war überwältigend für sie.
Sanne und ihr Partner hatten immer geplant, zwei Kinder zu haben. Mit ihren beiden Kindern, einem Jungen und einem Mädchen im Alter von vier bzw. sechs Jahren, schien ihre Familie komplett.
„Alles schien perfekt“, sagt Sanne. „Wir hatten eine gute Balance in unserem Leben gefunden und alles fiel an seinen Platz.“
Die Idee eines dritten Kindes stand nie wirklich zur Debatte. Sie hatte alle Hände voll zu tun mit ihrem Job, ihrer Beziehung und der Betreuung der beiden kleinen Kinder. Das Leben war hektisch, aber überschaubar.
Als sie unerwartet erfuhr, dass sie mit einem dritten Kind schwanger war, stand ihre Welt Kopf. „Ich war schockiert“, erzählt Sanne. „Ich fühlte mich überwältigt und verunsichert. Wie sollten wir das schaffen?“

Der schwierigen Realität ins Auge sehen
Sanne und ihr Partner mussten eine schwierige Entscheidung treffen. Nachdem sie all ihre Optionen abgewogen hatten, beschlossen sie, die Schwangerschaft fortzusetzen. Obwohl Sanne rational verstand, warum sie das taten, fühlte es sich nie wie ihre eigene Entscheidung an.
„Es fühlte sich an, als hätte ich keine Kontrolle über mein Leben“, sagt sie. „Der Druck von außen, von der Familie, der Gesellschaft und sogar von mir selbst, war zu groß.“
Während dieser Schwangerschaft fühlte sich Sanne anders als bei den vorherigen Malen. Während sie bei ihren ersten beiden Kindern begeistert und voller Vorfreude war, fühlte sich diese Schwangerschaft wie eine schwere Last an. „Ich versuchte wirklich, glücklich zu sein“, sagt sie. „Aber tief in mir konnte ich die Angst und das Gefühl der Machtlosigkeit nicht abschütteln.“ Sie fühlte sich in einer Situation gefangen, aus der sie nicht entkommen konnte.
Die Geburt ihres dritten Kindes änderte wenig an diesen Gefühlen. Obwohl sie ihr Baby sofort liebte, blieb ein nagendes Gefühl der Reue.
„Es klingt furchtbar“, sagt Sanne mit zitternder Stimme. „Aber ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass mein Leben nicht so hätte sein sollen.“
Mit der Ankunft ihres dritten Kindes kamen auch neue Herausforderungen. Die Routine, die sie mit den beiden Kindern endlich im Griff hatten, wurde wieder schwer zu bewältigen. „Alles, wofür wir so hart gearbeitet hatten, schien uns plötzlich zu entgleiten“, sagt sie. Es war nicht nur die körperliche Müdigkeit, sondern auch die emotionale Erschöpfung, die ihr zu schaffen machte.
Sannes Beziehung zu ihrem Partner stand unter Druck. „Wir stritten mehr denn je“, erzählt sie. „Ich fühlte mich mit meinen Gefühlen so allein. Er versuchte, mich zu verstehen, aber ich konnte es ihm nicht wirklich erklären. Wie erklärt man jemandem, dass man etwas nicht wollte, das nun Teil der eigenen Familie ist?“ Dieses Gefühl der Isolation machte es für Sanne noch schwieriger, mit ihren Emotionen umzugehen.
Doch trotz allem kämpft Sanne für ihre Familie weiter. Ihr ist bewusst, dass ihre Gefühle komplex sind, und sie sucht nach Wegen, damit umzugehen. Sie erhält nun Hilfe von einem Therapeuten, um ihre Gefühle besser zu verstehen und voranzukommen. „Ich weiß, dass ich mein Kind liebe“, sagt sie entschlossen. „Aber ich muss auch ehrlich darüber sein, wie ich mich fühle, damit ich heilen und wirklich für meine Kinder da sein kann.“
Sannes Geschichte zeigt, dass nicht jede Schwangerschaft oder Familienerweiterung ein Märchen ist. Die Realität ist manchmal chaotisch und schmerzhaft, und die dazugehörigen Gefühle sind nicht immer leicht zu verarbeiten. Indem sie ehrlich über ihre Gefühle spricht, hofft Sanne, nicht nur sich selbst zu helfen, sondern auch anderen in einer ähnlichen Situation. „Du bist nicht allein“, betont sie. „Und es ist okay, zu fühlen, was du fühlst.“



