Was die Untersuchung genau betrachtete
Ein Team von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern ließ Tausende Menschen auf allerlei Jungennamen reagieren. Die Teilnehmenden gaben an, wie die Namen klangen, welches Gefühl sie hervorriefen und welche Bilder oder Personen sie damit assoziierten. Namen, die immer wieder niedrig bewertet wurden, landeten in der Kategorie ‚am wenigsten attraktiv‘. Es bleibt natürlich Geschmack und damit subjektiv, aber solche Ergebnisse zeigen doch, welche Namen im Moment weniger gut ankommen. Unten findest du die Namen, die am schlechtesten abschnitten, und die möglichen Gründe dafür.
Die fünf Namen, die am schlechtesten abschnitten
Kevin
Kevin war jahrelang ein Hit, vor allem in den achtziger und neunziger Jahren. Gerade weil damals so viele Jungen so hießen, ist der Name stark mit dieser Periode verbunden. Heute wirkt er für viele wie ein ausgelutschter Trend: vertraut, aber nicht mehr frisch oder überraschend. Dadurch bekommt Kevin schnell den Stempel Klischee.
Egbert
Egbert klingt für viele robust und ziemlich klassisch. Der Name ruft schnell Bilder von alten Familien oder staubigen Archiven hervor, und das verleiht ihm eine altmodische Ausstrahlung. Moderne Eltern empfinden den Klang oft als etwas störrisch und wenig zugänglich. Die Folge: Egbert wird selten gewählt und schneidet bei Beliebtheit und Gefühl niedrig ab.
Bram
Bram ist kurz, kraftvoll und seit Jahren etabliert. Gerade diese Einfachheit führt bei manchen dazu, dass er als zu gewöhnlich oder wenig unterscheidbar empfunden wird. Er sorgt nicht für viel Aufsehen – für einige angenehm –, doch in dieser Untersuchung bedeutete das eine geringere Attraktivitätsbewertung.
Gerrit
Gerrit klingt für viele vertraut, aber vor allem nach etwas von früher. Die Assoziation mit älteren Generationen ist hartnäckig, weshalb junge Eltern ihn oft übergehen. Klang und klassische Ausstrahlung geben dem Namen ein ‚Opa-Gefühl‘, und das macht ihn heutzutage weniger beliebt.
Rudolf
Bei Rudolf denken viele sofort an das Rentier mit der roten Nase. Diese Weihnachtsassoziation ist so stark, dass sich der Name in anderen Kontexten nur schwer davon lösen lässt. Die Folge ist ein eher verspielter oder sogar kindlicher Beiklang. Das macht Rudolf als seriösen Vornamen für einen Sohn weniger attraktiv.

Warum diese Namen weniger beliebt sind
Wie Menschen einen Namen wahrnehmen, hängt oft von drei Dingen ab: Klang, Bekanntheit und Assoziation. Ein harter oder altmodischer Klang kann distanziert wirken. Namen, die jahrelang überall auftauchten, sind übersättigt und verlieren ihre Frische. Und wenn ein Name sofort ein Bild einer bestimmten Epoche, Person oder Popkulturfigur hervorruft, färbt das die Bewertung.
Medien und persönliche Erfahrungen spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Name kann durch eine Fernsehfigur, Hänseleien oder eine schlechte Erfahrung mit jemandem dieses Namens negativ abfärben. Umgekehrt kann ein Name auch schlicht aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden und dadurch datiert wirken. Geschmack ist nun einmal beweglich und stark kontextabhängig.
Wenn du dabei bist, einen Namen auszuwählen
Zweifeln ist logisch: Du willst etwas, das schön klingt, zu deinem Kind passt und idealerweise auch ein wenig einzigartig ist. Listen und Studien können helfen, die Gedanken zu ordnen, aber sie sollten nicht die Hauptrolle spielen. Was jemand anderes als ‚aus der Mode‘ oder ‚hässlich‘ bezeichnet, kann sich für dich warm, bedeutungsvoll und passend anfühlen.
Vergiss auch nicht, dass Trends sich drehen. Namen, die jahrelang in Vergessenheit lagen, kommen plötzlich wieder zurück. Denk an Klassiker, die ein Comeback gefeiert haben. Am Ende wächst dein Kind in seinen Namen hinein und füllt ihn selbst mit Inhalt. Mit Selbstvertrauen und Persönlichkeit klingt sogar ein vergessener Name plötzlich neu.
Am Ende zählt dein Gefühl
Diese Untersuchung zeigt, welche Jungennamen derzeit weniger beliebt sind, aber sie ist keine Verbotsliste. Der wahre Wert eines Namens entsteht erst, wenn ihn jemand trägt. Erinnerungen, Familiengeschichten und Liebe machen einen Namen einzigartig. Wähle also vor allem das, was sich für dich richtig anfühlt und worin sich dein Kind später zu Hause fühlen kann.
Egal, ob du dich für eine beliebte Option entscheidest oder bewusst etwas Eigenwilliges wählst: Dein Geschmack ist maßgeblich. Listen dürfen inspirieren, nicht diktieren. Ein Name ist mehr als ein Klang; er ist der Beginn einer Geschichte – eurer Geschichte.



