In den vergangenen Jahren tauchen in sozialen Medien immer häufiger Beiträge auf, in denen behauptet wird, Sonnencreme sei schädlich für die Gesundheit. Manche Videos werden millionenfach angesehen und warnen vor ‚giftigen Stoffen‘ oder behaupten sogar, Sonnencreme verursache Krebs. Aber wie ist das wirklich?
Woher kommt diese Debatte?
Die Zweifel an Sonnencreme kommen nicht völlig aus heiterem Himmel. In den vergangenen Jahren sind Studien zu bestimmten UV-Filtern erschienen, die in einigen Sonnenschutzprodukten verwendet werden.
Untersuchungen zeigten, dass geringe Mengen mancher chemischer UV-Filter über die Haut in den Körper aufgenommen werden können. Außerdem wurden Produkte zurückgerufen, weil Spuren des Stoffes Benzol gefunden wurden. Benzol ist eine Substanz, die in hohen Konzentrationen schädlich sein kann, die jedoch nicht in diese Produkte gehörte und vermutlich während des Herstellungsprozesses entstand. Es handelte sich um spezifische Chargen und nicht um alle Sonnencremes.
Diese Meldungen wurden in sozialen Medien häufig aus dem Zusammenhang gerissen, sodass es den Anschein hatte, als seien alle Sonnencremes gefährlich.

Ist Sonnencreme gefährlich?
Laut Gesundheitsorganisationen gibt es dafür keinen Beleg. Fachleute wie Dermatologinnen und Dermatologen sowie internationale Gesundheitsbehörden stellen fest, dass zugelassene Sonnencremes sicher sind, wenn sie gemäß den Anweisungen verwendet werden.
Nach Ansicht von Expertinnen und Experten überwiegen die Vorteile des Schutzes vor schädlicher UV-Strahlung die möglichen Risiken der zugelassenen Inhaltsstoffe bei Weitem.
Die Sonne selbst stellt das größte Risiko dar
Worüber sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einig sind: Übermäßige UV-Exposition erhöht das Risiko für Hautkrebs. Außerdem beschleunigt die Sonne die Hautalterung, und Verbrennungen können dauerhafte Schäden verursachen.
Genau deshalb raten Fachleute dazu, sich gut zu schützen, insbesondere an sonnigen Tagen.
Chemischer oder mineralischer Sonnenschutz?
Grob gesagt gibt es zwei Arten von Sonnencreme.
Chemischer Sonnenschutz enthält UV-Filter, die die Sonnenstrahlung absorbieren, bevor sie die Haut schädigt.
Mineralischer Sonnenschutz enthält meist Zinkoxid oder Titandioxid. Diese Inhaltsstoffe bilden eine schützende Schicht auf der Haut, die UV-Strahlung reflektiert oder streut. Menschen mit empfindlicher Haut entscheiden sich häufig dafür.
Beide in Europa zugelassenen Arten müssen strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen.
So schützt du dich vernünftig
Neben Sonnencreme gibt es weitere Möglichkeiten, die Haut zu schützen:
- Creme dich alle zwei Stunden erneut ein – und häufiger nach dem Schwimmen oder Schwitzen.
- Verwende mindestens LSF 30, besonders an sonnigen Sommertagen.
- Suche zwischen 12:00 und 15:00 Uhr möglichst den Schatten auf.
- Trage eine Kappe, einen Hut oder schützende Kleidung, wenn du länger draußen bist.
- Lass Babys und kleine Kinder nicht lange in der prallen Sonne spielen.
Fazit
Die Behauptungen, Sonnencreme sei gefährlich, beruhen größtenteils auf einzelnen Studien, Rückrufaktionen bestimmter Produkte und Beiträgen in sozialen Medien, die häufig aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
Nach Ansicht von Expertinnen und Experten bleibt die Verwendung einer zugelassenen Sonnencreme eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Haut vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Die Risiken ungeschützten Sonnenbadens sind derzeit deutlich besser belegt als die vermeintlichen Gefahren von Sonnencreme.
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