Fünfzig werden und diese nächtlichen WC-Runden
Die 50 zu erreichen fühlt sich für den einen wie eine Party an und für den anderen wie ein neues Kapitel. Was vielen Männern in diesem Alter auffällt? Die Nacht wirkt plötzlich wie eine Staffel: schlafen, aufwachen, zur Toilette, zurück ins Bett – und wiederholen. Es fühlt sich fast wie eine Gesetzmäßigkeit des Älterwerdens an. Aber ist es wirklich unvermeidlich, nachts immer wieder aufzustehen, um zum Wasserlassen? Überraschung: Mit ein paar klugen Anpassungen muss das gar nicht mehr so oft passieren.
Nykturie: ein Name für ein bekanntes Problem
Dieses nächtliche Wasserlassen hat einen vornehmen Namen: Nykturie. Sie betrifft mehr als 30 Millionen Männer über 50, du bist also keineswegs der Einzige, der nachts raus muss. Oft spielt eine vergrößerte Prostata eine Rolle. Sie kann die Harnröhre etwas verengen oder die Blase reizen, sodass du schneller das Gefühl hast, zu müssen. Das macht deinen Schlaf unruhig und unterbricht genau den Tiefschlaf, den du morgens so vermisst.
Das ‘Biermonster’ abwimmeln
Der Urologe Dr. Edward Schaeffer hat ein paar unkomplizierte Tipps, um diese nächtlichen Gänge zu reduzieren. Der erste klingt vielleicht banal, wirkt aber wirklich: Lass das späte Bier weg. Alkohol – und Bier ganz besonders – wirkt harntreibend. Deine Nieren arbeiten stärker, wodurch sich die Blase schneller füllt. Und auch wenn du mit einem Bier manchmal leichter einschläfst, wachst du davon eher wieder früher auf. Verlege also den Drink auf früher am Abend oder wähle unter der Woche einfach alkoholfrei, wenn es spät wird.
Abends clever trinken
Wasser ist großartig für deinen Körper, aber das Timing ist entscheidend. Das Glas direkt vor dem Zähneputzen wirkt harmlos, bis du ein paar Stunden später hellwach zur Toilette läufst. Versuche, die Flüssigkeit vor allem tagsüber aufzunehmen und sie ab dem frühen Abend langsam zu reduzieren. Hast du im Bett doch Durst? Nimm einen kleinen Schluck statt eines ganzen Glases. So gibst du deiner Blase weniger Munition und erhöhst die Chance, länger am Stück durchzuschlafen.

Der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen
Hast du am Ende des Tages schwere oder etwas geschwollene Beine? Dann kann sich Flüssigkeit in den Unterschenkeln ansammeln. Sobald du dich hinlegst, wandert diese Flüssigkeit zurück in den Blutkreislauf und dann zu den Nieren, die sie als Urin ausscheiden. Ergebnis: Du musst nachts Wasser lassen. Dr. Schaeffer empfiehlt daher knielange Kompressionsstrümpfe. Nicht unbedingt ein Catwalk-Look, aber effektiv. Durch leichten Druck auf die Unterschenkel verhinderst du, dass sich dort Flüssigkeit staut. Trage sie am späten Nachmittag und frühen Abend, und du merkst oft schon bald einen Unterschied in der Nacht.
Zusätzliche Routine für ruhigere Nächte
Noch ein praktischer Hack: Plane dein letztes größeres Getränk mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen. Geh eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen noch einmal auf die Toilette, auch wenn du nicht unbedingt dringend musst. Und merkst du, dass deine Beine oft geschwollen sind? Lege sie abends kurz mit einem Kissen hoch oder mache einen kurzen Spaziergang durchs Haus. Das sind kleine Gewohnheiten, die zusammen großen Einfluss darauf haben können, wie oft du nachts aus dem Bett musst.
Von der unterbrochenen Nacht zum Durchschlafen
Das Schöne ist: Du musst dir die Nacht nicht von deiner Blase diktieren lassen. Indem du späten Alkohol meidest, deine Trinkzeiten klüger timst und die Schwerkraft zu deinem Vorteil nutzt, kannst du die Anzahl der WC-Besuche deutlich reduzieren. Vielleicht ist es nicht sofort null, aber einmal ist viel besser als viermal. Und mit längeren, ungestörten Schlafzyklen wachst du spürbar frischer auf.
Zur Ruhe kommen ohne Aufwand
Zusammengefasst: Nykturie ist sehr verbreitet, besonders ab fünfzig, aber du bist nicht machtlos. Mit einfachen, machbaren Anpassungen – vom späten Bier weglassen bis zum Ausprobieren von Kompressionsstrümpfen – gewinnst du die Kontrolle über die Nacht zurück. Schlaf ist kostbar, also mach es dir leicht und teste, was für dich funktioniert. Gute Chancen, dass dein Bett bald wieder vor allem für das da ist, wofür es gedacht ist: gut schlafen – ohne allzu viele nächtliche Umwege zur Toilette.



