Achtung! Ab 2028 gilt diese neue EU-Regel für Hunde und Katzen: Kümmere dich jetzt darum!

Große EU-Veränderungen für Haustierhalter

Hast du einen Hund oder eine Katze? Dann kommt ab 2028 wahrscheinlich einiges auf dich zu. Das Europäische Parlament hat neuen Regeln zugestimmt, die das Wohl von Haustieren besser schützen sollen. Weniger Missstände im Handel und bei Züchtern, mehr Kontrolle und klare Absprachen in allen Mitgliedstaaten: Das ist das Ziel. Für Millionen Halterinnen und Halter in Europa wird das im Alltag spürbar sein.

Warum diese Regeln nötig sind

Seit Jahren kämpft die EU mit zwei hartnäckigen Problemen: illegalem Handel und schlechten Haltungsbedingungen für Tiere. Welpen und Kätzchen verschwinden in dubiosen Kreisläufen, werden zu jung verkauft oder haben eine unklare Herkunft. Mit europäischen Mindeststandards will die EU diesen Markt endlich in den Griff bekommen. So erhalten Tiere mehr Schutz, und du weißt besser, woran du bist.

Chippen wird für Hunde und Katzen Pflicht

Der auffälligste Schritt: Künftig müssen nicht nur Hunde, sondern auch Katzen verpflichtend gechippt sein. Das gilt für Tiere, die innerhalb der EU geboren werden, ebenso wie für Tiere, die von außerhalb in die EU kommen. Alle Chipdaten landen in einer einzigen europäischen Datenbank. Praktisch, denn so lässt sich schnell nachvollziehen, woher ein Tier stammt und wer die verantwortliche Halterin oder der verantwortliche Halter ist.

Illegale Züchter und Händler verlieren durch diese Registrierung ihre Anonymität. Auch für dich hat das Vorteile: Vermisste Tiere werden leichter wiedergefunden, und Weiterverkauf ohne Registrierung wird schwierig. Ja, das bedeutet etwas mehr Verwaltung, aber dafür bekommst du Klarheit und Sicherheit. In einigen Ländern war das bereits Standard; nun zieht die EU die Regeln überall gleich.

Niederlande müssen nachsteuern

In Belgien und Deutschland war das Chippen von Katzen bereits Pflicht, die Niederlande hinkten hinterher. Dort galt die Chip-Pflicht nur für Hunde, und erst 2026 sollte die Pflicht für Katzen in Kraft treten. Durch die europäischen Vereinbarungen kann das früher geschehen. Die Niederlande müssen die Gesetzgebung an die EU-Linie anpassen, und das kostet Zeit. Rechne auf jeden Fall damit, dass Katzenhalter früher registrieren müssen als bisher gedacht.

Gute Aufklärung wird dabei wichtig, denn nicht alle sind über die kommenden Änderungen informiert. Der Staat muss klar erklären, was genau zu regeln ist und bis wann.

Kein Verkauf von Hunden und Katzen mehr in Tierhandlungen

Eine weitere einschneidende Maßnahme: Tierhandlungen dürfen künftig keine Welpen und Kätzchen mehr verkaufen. Laut EU ist das eine empfindliche Stelle, an der Missstände leicht aus dem Blick geraten. Die Herkunft ist oft unklar, und junge Tiere werden manchmal zu früh angeboten – mit allen Gesundheits- und Verhaltensproblemen, die damit einhergehen.

Wenn du einen Hund oder eine Katze möchtest, gehst du künftig zu einer anerkannten Zuchtstätte oder in eine Auffangstation. Das macht die Herkunft transparenter und besser kontrollierbar. Für Tierhandlungen bedeutet das eine deutliche Kursänderung in ihrem Sortiment. Und für dich ist es ein zusätzlicher Moment, gut nachzudenken, bevor du ein Tier aufnimmst.

Züchten auf Gesundheit, nicht auf Optik

Die EU geht auch die Zuchtpraktiken an. Das Züchten auf extreme äußerliche Merkmale – etwa Hunde mit flacher Schnauze oder Katzen mit extrem kurzen Beinen – gerät unter Druck. Solche Merkmale führen oft zu ernsthaften Problemen wie Atemnot, Schmerzen und einer kürzeren Lebenserwartung.

Züchterinnen und Züchter erhalten strengere Anforderungen, bei denen das Wohl des Tieres stets an erster Stelle steht. Das kann zur Folge haben, dass manche beliebten Rassen weniger verfügbar sind. Das verlangt auch von dir als künftiger Halterin oder künftigem Halter: Entscheide dich bewusst für Gesundheit statt Optik.

Schmerzhafte Trainingsmittel werden eingeschränkt

Außerdem will die EU schmerzhafte oder riskante Hilfsmittel, wie Stachel- und Würgerhalsbänder, stark einschränken oder verbieten. Die Idee ist simpel: Erziehung und Training sollen tierfreundlich sein. Hundeschulen und Trainer werden ihre Methoden entsprechend anpassen müssen. Zum Glück gibt es genügend Alternativen, die ohne Zwang oder Schmerz funktionieren.

Was bedeutet das für dich und ab wann?

Auch wenn der Plan beschlossen ist, gilt er nicht sofort. Die Mitgliedstaaten müssen die Regeln zunächst in nationales Recht überführen. Dieser Prozess ist von Land zu Land unterschiedlich, doch vorgesehen ist, dass ab 2028 überall in der EU dieselben Mindeststandards gelten. Erwarte zusätzliche Pflichten rund um Registrierung und Kauf, aber auch mehr Schutz vor unseriösem Handel.

Wenn du dich jetzt schon gut um dein Tier kümmerst, musst du dir keine Sorgen machen. Die Maßnahmen richten sich vor allem gegen Missstände und darauf, die gesamte Kette – von der Zucht bis zur Halterin oder zum Halter – sichtbar zu machen.

Ein kräftiger Impuls für den Tierschutz

Tierschutzorganisationen reagieren erfreut: Nach jahrelangem Drängen kommt endlich ein europaweiter Ansatz. Mit Pflichtchips, strengeren Zuchtregeln und dem Verkaufsverbot in Tierhandlungen wird der Handel transparenter und besser kontrollierbar. Haustiere sind keine Produkte, und mit diesen Regeln erkennt die EU dieses Prinzip ausdrücklich an. Für alle – Behörden, Zuchten, Geschäfte und Halter – wird es eine Umstellung, doch das Ziel ist klar: weniger Leid und mehr Wohl für Tiere, die vollständig von uns abhängig sind.