Du kennst das wahrscheinlich. Als dein Smartphone neu war, kamst du locker durch den ganzen Tag. Vielleicht hielt der Akku sogar bis zum nächsten Morgen. Ein paar Jahre später scheint das ganz anders zu sein.
Morgens nimmst du es mit 100 Prozent vom Ladegerät, und schon am Nachmittag wird der Akkustand wieder gefährlich niedrig.
Das liegt zum Teil daran, dass Akkus nun einmal verschleißen. Aber auch die Art und Weise, wie du dein Handy täglich lädst, kann beeinflussen, wie schnell der Akku nachlässt.
Und genau dabei machen viele Menschen einen klassischen Fehler.
Jede Nacht dasselbe Ritual
Für viele Menschen sieht das Abendritual ungefähr gleich aus.
Du gehst ins Bett, legst dein Smartphone auf den Nachttisch und steckst das Ladegerät ein. Am nächsten Morgen steht der Akku ordentlich bei 100 Prozent.
Schön bequem.
Dennoch ist es für die Lebensdauer eines Lithium-Ionen-Akkus nicht ideal, ihn über längere Zeit vollständig geladen zu halten. Deshalb haben Hersteller inzwischen allerlei intelligente Funktionen eingebaut, die das Laden in den höchsten Prozentbereichen begrenzen oder verlangsamen.
Bei verschiedenen modernen Smartphones kannst du zum Beispiel einstellen, dass das Laden bei etwa 80 Prozent stoppt. Andere Geräte lernen deinen täglichen Rhythmus und sorgen dafür, dass die letzten Prozente erst kurz vor deiner üblichen Aufstehzeit geladen werden.
Warum ausgerechnet die 100 Prozent?
Ein modernes Smartphone verwendet meist einen Lithium-Ionen-Akku. So ein Akku funktioniert anders als die alten wiederaufladbaren Batterien, die viele von früher kennen.
Du musst ihn zum Beispiel nicht erst vollständig entladen, bevor du ihn wieder ans Ladegerät hängst.
Mehr noch: Regelmäßig ein wenig nachzuladen, ist überhaupt nicht verkehrt.
Für die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus sind vor allem dauerhaft hohe Ladezustände und hohe Temperaturen ungünstig. Daher wird oft die bekannte 20-80-Regel empfohlen.
Die Idee ist einfach: Versuche den Akkustand, wenn es praktisch ist, grob zwischen 20 und 80 Prozent zu halten.
Das heißt keineswegs, dass dein Telefon sofort kaputtgeht, wenn du es auf 100 Prozent lädst. Steht dir ein langer Tag bevor und brauchst du jeden Prozentpunkt? Dann kannst du es natürlich vollständig laden.
Entscheidend ist vor allem, was du über Monate und Jahre hinweg täglich tust.
Auch vollständig leer laufen lassen ist nicht nötig
Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass man ein Smartphone erst komplett entleeren muss, bevor man es wieder laden darf.
Das ist nicht nötig.
Du musst also nicht warten, bis dein Telefon bei 1 Prozent ist und fast von selbst ausgeht.
Siehst du, dass der Akku bei etwa 20 oder 30 Prozent liegt und du später noch los musst? Dann kannst du es beruhigt kurz ans Ladegerät hängen.
Du musst auch keine Angst vor mehreren kurzen Ladevorgängen im Laufe des Tages haben.
Wärme ist ein wichtiger Feind
Es gibt noch etwas, worauf viele Smartphone-Nutzer kaum achten: Wärme.
Lithium-Ionen-Akkus mögen keine hohen Temperaturen.
Darauf solltest du zum Beispiel achten, wenn dein Smartphone beim Laden ziemlich warm wird.
Lege ein ladendes Telefon daher lieber nicht in die pralle Sonne. Und stecke es während des Ladens auf keinen Fall unter ein Kissen oder eine dicke Decke.
Merkst du, dass das Gerät beim intensiven Spielen und gleichzeitigen Laden sehr warm wird? Dann kann es sinnvoll sein, ihm eine Pause zu gönnen.
Solltest du mit dem Schnellladen aufhören?
Schnellladen bekommt oft die Schuld für verschlissene Smartphone-Akkus. Moderne Telefone verfügen jedoch über Elektronik und Software, die den Ladevorgang steuern.
Viele Geräte laden außerdem nicht die ganze Zeit mit maximaler Leistung. Besonders wenn der Akku voller wird, kann die Ladeleistung gedrosselt werden.
Du musst deinen Schnelllader also nicht sofort wegwerfen.
Wärme vermeiden und die Batterieschutzfunktionen deines Smartphones nutzen sind viel praktischere Ansatzpunkte.
Diese simple Einstellung kann helfen
Schau dir einmal die Akku-Einstellungen deines Telefons an. Die Chance ist groß, dass du dort eine Funktion findest, die du vielleicht noch nie genutzt hast.
Je nach Marke kann sie etwa Batterieschutz, optimiertes Laden oder adaptives Laden heißen.
Damit kann dein Smartphone verhindern, dass der Akku unnötig lange vollständig geladen bleibt.
Praktisch ist, dass du dich anschließend kaum noch darum kümmern musst.
Willst du schneller laden? Schalte den Flugmodus ein
Musst du in einer halben Stunde los und ist dein Akku fast leer? Dann gibt es noch einen praktischen Trick, den du ausprobieren kannst: Schalte dein Smartphone während des Ladens vorübergehend in den Flugmodus.
Warum?
Wenn dein Telefon normal eingeschaltet ist, verbraucht es dabei weiterhin Energie. Es verbindet sich mit dem Mobilnetz, und verschiedene Prozesse können im Hintergrund aktiv bleiben.
Durch das Aktivieren des Flugmodus werden unter anderem die Mobilverbindungen ausgeschaltet. Dadurch kann der Energieverbrauch während des Ladens geringer sein.
Das Ergebnis: Dein Telefon kann unter bestimmten Umständen etwas schneller laden.
Erwarte keine Wunder, bei denen dein Telefon plötzlich doppelt so schnell voll ist. Der Unterschied hängt vom Gerät, dem Ladegerät und dem normalen Energieverbrauch während des Ladens ab.
Aber wenn du es eilig hast, hilft jedes bisschen.
Und schalte vor allem dein Display aus
Willst du das Maximum aus so einer kurzen Ladepause holen? Nutze dein Smartphone in der Zwischenzeit so wenig wie möglich.
Also:
Flugmodus an, Display aus und Telefon ans Ladegerät.
Das Display kann eine Menge Energie verbrauchen. Wenn du während des Ladens Videos ansiehst, soziale Medien nutzt oder ein Spiel spielst, verbraucht das Telefon gleichzeitig einen Teil der eingehenden Energie.
Lege es deshalb einfach für zwanzig oder dreißig Minuten weg.
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Akkustand danach schneller gestiegen ist, als wenn du es während des Ladens ständig benutzt hättest.
Vergiss nur nicht, den Flugmodus wieder auszuschalten, wenn du fertig bist. Sonst könntest du Anrufe und Nachrichten verpassen.

Und wie ist es mit dem nächtlichen Laden?
Dein Smartphone nachts ans Ladegerät zu hängen bedeutet nicht, dass es unbegrenzt weiter Strom in den Akku pumpt. Moderne Smartphones regeln das elektronisch.
Trotzdem kann es für die Lebensdauer günstiger sein zu vermeiden, dass der Akku jede Nacht stundenlang auf einem sehr hohen Ladezustand bleibt.
Genau dafür sind die zuvor genannten intelligenten Ladefunktionen gedacht.
Wer sein Smartphone mehrere Jahre nutzen will, sollte daher prüfen, welche Batterieschutzfunktionen sein Gerät bietet.
Die 20-80-Regel ist leicht zu merken
Willst du es ganz einfach halten? Dann merke dir diese zwei Zahlen:
20 und 80.
Versuche, dein Smartphone nicht ständig vollständig zu entladen, und lade es, wenn es passt, nicht jedes Mal bis 100 Prozent.
Du musst daraus übrigens keine Obsession machen.
Steht dein Telefon bei 17 Prozent? Keine Panik.
Hast du morgen eine lange Reise und willst mit 100 Prozent losfahren? Nur zu.
Es geht darum, unnötige Belastung über Monate und Jahre hinweg zu reduzieren.
Warum dein Telefon letztlich trotzdem nachlässt
Selbst wenn du wirklich perfekt mit deinem Smartphone umgehst, wird der Akku letztlich Kapazität verlieren.
Das gehört zur chemischen Alterung eines Akkus.
Ein Akku, der früher mühelos einen ganzen Tag hielt, kann daher nach ein paar Jahren spürbar schneller leer sein.
Gute Ladegewohnheiten machen einen Akku also nicht unverwüstlich. Sie können aber helfen, den Abbau zu begrenzen.
Vielleicht lädst du ihn also schon seit Jahren falsch
Jeden Abend auf 100 Prozent, jeden Tag fast ganz leer und das Telefon beim Laden sehr warm werden lassen: Das sind Gewohnheiten, über die viele kaum nachdenken.
Zum Glück musst du dein ganzes Leben nicht umkrempeln.
Merke dir vor allem: Vermeide unnötige Hitze, lass deinen Akku nicht ständig ganz leer laufen und nutze den intelligenten Batterieschutz deines Telefons.
Und musst du schnell los, während dein Akku fast leer ist?
Dann ist es ganz einfach: Schalte den Flugmodus ein, mach das Display aus, leg dein Telefon weg und lass es in Ruhe laden.
Schau dir heute Abend auch einmal die Akku-Einstellungen deines Smartphones an. Vielleicht ist dort seit Jahren eine praktische Funktion deaktiviert, die du noch nie genutzt hast.



